Sardinien Juni 2025
Zwölf Tage Sardinien im Juni: von Paulilatino über Capo Testa nach San Teodoro, dann über die SS125 hinunter nach Arbatax.
Zwölf Tage Sardinien im Juni: Wir landeten in Cagliari und fuhren direkt weiter in den Westen der Insel. Von unserem ruhigen Quartier in Paulilatino erkundeten wir die Sinis-Halbinsel und die einsamen Küstenabschnitte bei S’Archittu. Danach ging es quer durchs Landesinnere hoch in den Norden — mit einem Zwischenstopp am spektakulären Capo Testa. Im B&B Natura bei San Teodoro fanden wir die beeindruckendsten Strände der Reise, darunter Porto Taverna mit Blick auf die Isola Tavolara. Die letzten Tage verbrachten wir in Arbatax an der Ostküste — nach einer traumhaften Fahrt über die SS125. Zwischen Cala Moresca und einem Abstecher ins verlassene Gairo Vecchio endete die Reise langsam wieder in Cagliari.
Reiseverlauf
Paulilatino
30. Mai – 2. Juni 2025
Ankunft & ein ruhiges Quartier
Nach der Landung in Cagliari ging es spät am Abend direkt weiter Richtung Nordwesten. Die nächtliche Fahrt durch das Inselinnere nach Paulilatino dauerte knapp zwei Stunden — doch die Ruhe am Ziel war es wert.
Unsere Unterkunft war ein einfaches Airbnb mit einer kleinen Terrasse, auf der wir an beiden Morgen in Ruhe frühstückten, bevor wir an die Küste aufbrachen.
Von Cagliari ins Inselinnere — nächtliche Anreise nach Paulilatino
Oristano & San Giovanni di Sinis
Am ersten Tag fuhren wir hinunter nach Oristano und weiter auf die Sinis-Halbinsel. In San Giovanni di Sinis spazierten wir entlang der Ozeanseite — hier trifft der Wind direkt auf die Küste — und ließen den Nachmittag am Strand ausklingen.
Kleines Fischerdorf auf der Sinis-Halbinsel mit einer frühchristlichen Kirche und einem langen, windgeprägten Strandabschnitt. Ideal für einen ruhigen Nachmittag am Wasser.
Am Abend kochten wir zurück im Airbnb selbst: frische Pasta und Zucchiniblüten vom lokalen Markt — einer dieser Abende, an denen man einfach zufrieden auf der Terrasse sitzt.
S'Archittu
Am zweiten Tag ging es ein Stück weiter die Westküste hinauf nach S’Archittu. Der markante Felsbogen über dem Wasser ist das Wahrzeichen des Ortes — wir verbrachten den ganzen Nachmittag am Strand, zwischen einem Sprung ins Meer und einem Kaffee in der kleinen Bar am Hafen.
Sandstrand mit einem natürlichen Felsbogen aus Kalkstein direkt im Wasser. Ruhig, familiär und ein schöner Kontrast zu den touristischeren Stränden weiter im Norden.
Quer durchs Inselinnere: Paulilatino → Capo Testa → San Teodoro
San Teodoro
2 – 6. Juni 2025
B&B Natura
Die Fahrt quer über die Insel ist ein Erlebnis für sich — mitten im Landesinneren gibt es kaum Verkehr, dafür Granitfelsen, leere Straßen und immer wieder weite Ausblicke. Am späten Nachmittag kamen wir bei unseren Gastgebern im B&B Natura an.
Die Gastgeber waren ausgesprochen herzlich, gaben uns Tipps für die Umgebung und zauberten jeden Morgen ein hausgemachtes Frühstück. Für uns eines der Highlights der Unterkunftswahl auf dieser Reise.
Capo Testa
Noch auf dem Weg nach Norden machten wir einen längeren Stopp am Capo Testa bei Santa Teresa Gallura. Die wilde Granitlandschaft mit kleinen versteckten Buchten — eine der beeindruckendsten Küstenabschnitte, die wir in Sardinien gesehen haben.
Die Nordspitze Sardiniens mit bizarren, vom Wind geformten Granitfelsen. Lohnt sich als Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden oder Osten.
Cala Brandinchi
Der erste volle Tag in der Region führte uns nach Cala Brandinchi — der Strand wird wegen seines hellen Sands und des türkisfarbenen Wassers oft „kleines Tahiti“ genannt. Der Vergleich ist übertrieben, aber schön ist es trotzdem.
Feiner weißer Sand und flaches, türkisfarbenes Wasser. Sehr beliebt, aber auch an einem Junitag außerhalb der Hochsaison gut aushaltbar.
San Teodoro — Pizza & erste Eindrücke
Am Abend fuhren wir kurz in den Ort San Teodoro. Die Pizza in der lokalen Pizzeria war wirklich gut, aber der Ort selbst fühlte sich sehr touristisch an — bunte Bars, Pauschalstimmung, viel Lärm. Definitiv nicht unser Lieblings-Spot.
Gute Pizza zu fairen Preisen, aber in einem sehr touristischen Umfeld. Für einen schnellen Abend in Ordnung.
Porto Taverna — der schönste Strand der Reise
Am nächsten Tag ging es nach Porto Taverna. Der Strand mit dem Blick auf die Isola Tavolara ist unumstritten der schönste Strand, an dem wir je waren — heller Sand, ruhiges Wasser, und immer diese markante Insel im Hintergrund.
Langer, flacher Strand mit direktem Blick auf die Isola Tavolara. Auch im Juni noch erstaunlich ruhig. Für uns der Strand-Höhepunkt der Reise.
Porto Rotondo
Am Abend fuhren wir spontan nach Porto Rotondo, um dort essen zu gehen. Rückblickend kein kluger Entscheid: der Ort ist extrem touristisch und die Preise standen in keinem Verhältnis zu dem, was auf den Teller kam.
Porto Rotondo: als Yacht-Destination konzipiert und entsprechend teuer. Wer in der Gegend essen will, findet im Landesinneren rund um San Teodoro die deutlich besseren (und günstigeren) Optionen.
Können wir nicht empfehlen — sehr touristisch und überteuert für das, was wir bekommen haben.
Olbia & Agriturismo Casteddu in Biasì
Am letzten vollen Tag in der Region fuhren wir mittags kurz nach Olbia und nahmen uns den Nachmittag für einen kurzen Stadtbummel. Der Höhepunkt kam aber am Abend: das Agriturismo Casteddu in Biasì — eines jener Abendessen, die man noch Jahre später erzählt.
Das Highlight der gesamten Reise. Traumhafte Lage im Landesinneren, herzliche Gastgeber und ein Menü aus mehreren Gängen mit lokalen Produkten. Unbedingt reservieren.
So viele Gänge, so viele Eindrücke — wir saßen noch lange bei Wein und Gesprächen mit den Gastgebern.
Die SS125 Orientale Sarda: San Teodoro → Arbatax
Arbatax
6 – 10. Juni 2025
Arbatax & Cala Moresca
Die Fahrt von San Teodoro nach Arbatax gehört zu den schönsten Abschnitten der Reise. Wir entschieden uns bewusst gegen die Autobahn und fuhren stattdessen die SS125 Orientale Sarda durch das Inselinnere — vorbei an Pässen, Eichenhainen und weiten Ausblicken.
Unsere Unterkunft in Arbatax war ein schlichtes Airbnb, nur eine Minute zu Fuß von der kleinen Spiaggia Cala Moresca entfernt. Dort verbrachten wir fast jeden Abend — schwimmen, lesen, Sonnenuntergang.
Tortolì als Zwischenstopp
Auf dem Weg nach Arbatax machten wir mittags einen kurzen Halt in Tortolì — ein guter Punkt für eine Kaffeepause und um das Tempo etwas zu drosseln, bevor es weiter an die Küste ging.
Spiaggia Cala Moresca
Der kleine Strand direkt vor unserer Tür wurde schnell zum Lieblingsort für die Abende. Nicht groß, nicht spektakulär — aber genau die richtige Mischung aus Nähe, Ruhe und warmem Licht am Ende des Tages.
Kleine Bucht bei Arbatax, wunderschön für den späten Nachmittag und den Sonnenuntergang. Kaum Infrastruktur — einfach Wasser, Sand und Felsen.
Gairo Vecchio
An einem der Tage fuhren wir ins Hinterland nach Gairo Vecchio — ein in den 1950er und 60er Jahren wegen Erdrutschen aufgegebenes Dorf. Durch die leeren Gassen zu laufen, die zerfallenen Häuser, die Natur, die alles langsam zurückerobert — das hat sich wie ein stiller, fast meditativer Nachmittag angefühlt.
Verlassenes Bergdorf in der Ogliastra, in den 1950er Jahren nach schweren Erdrutschen aufgegeben. Heute ein geisterhafter Ort, durch den man frei spazieren kann.
Langsame Tage an der Ogliastra
Zwischen den beiden Ausflügen nahmen wir uns bewusst Zeit für ruhige Tage — Cala Moresca, kleine Fahrten entlang der Küste, keine feste Agenda. Nach der dichten Strecke im Norden tat das genau richtig.
Wer im Norden Sardiniens startet und in den Süden fährt, sollte die SS125 Orientale Sarda der Küstenstrecke vorziehen — der Umweg lohnt sich landschaftlich.
Letzte Etappe: Arbatax → Cagliari

























































































































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